Deutsches Rotes Kreuz
KV Rendsburg-Eckernförde
Ortsverein Eckernförde e.V.

Foto: Eine Notiz zeigt den Leitspruch des Deutschen Roten Kreuzes: Wir helfen gern! Dieses Foto ist gleichzeitig ein Link und führt Sie zur Unterseite: Fördermitgliedschaft.

Foto: Stadien der Unterkühlung

Foto: Jan Meese (Bild anklicken zum vergrößern)

 

 

Der Sommer ist vorbei, die Temperaturen sinken, es wird kalt und kleine Seen werden zum attraktiven Zeitvertreib. Es ist bekannt das Gefahren auf solchen zugefrorenen Seen herrschen, aber ab wann? Und was sind die Gefahren?

  • Oft ist es schwer mit bloßem Auge einzuschätzen, wie dick oder dünn die Eisdecke ist
  • Seen sind oft unregelmäig zugefroren durch z.B. Zuflüssen o.Quellen
  • Tragfähigkeit kann beeinträchtigt sein durch Gaseinschlüsse
  • Treibeis
  • Eisrisse
  • Starke Spannung des Eises durch Wasserstandschwankungen

 

Auf der u.s. Grafik kann man lesen, wie dick die Eisschicht mind. sein muss um einen Mann (~ 90kg) auszuhalten, oder auch eine paar Menschen usw. Diese Werte sind Schätzungen. Die Tragfähigkeit vom Eis hängt auch von den o.s. Einflüssen ab. 4 Zentimeter Eisschicht ist nicht gleich 4 Zentimeter Eisschicht.

Daher bitten wir alle Eis-Freunde : Nur Eisflächen betreten, die von der Stadt, dem Land o.ä. freigegeben wurden!

 

Foto: Wiederstand von Eis

Foto: Jan Meese

 

Wir haben hier ein paar Tipps für den richtigen Umgang .

  1. Unbedingt Warnhinweise an Seen und Flüssen beachtet und/oder sich vorher im Internet informieren ob diese freigegeben sind
  2. Unbedingt darauf achten, dass Sie nicht alleine sind. Bei einem Unfall kann sonst nur sehr schwer (oder gar nicht) Hilfe hinzugezogen werden
  3. Ist auf dem Eis schon Wasser zu sehen? Beim ersten berühren vom Eis hört man schon knack- oder knistergeräusche unbedingt den Rückzug antreten
  4. Sofortige Alarmierung durch den Notruf 112 ist dringend erforderlich. Erforderlich und empfehlenswert ist auch ein Einweiser für die Rettungskräfte bei unübersichtlichem und/oder unbekannten Gelände.
  5. Beim betreten ist darauf zu achten (abhängig von 1. und 2.) dass es kein fließendes Gewässer ist. Vermeiden sollten sie auch bewachsene Ufer sowie Ein- und Ausflüsse.
    (MERKSATZ: Umso dunkler die Eissicht umso dünner)
  6. Keine Panik als eingebrochen Personen! Versuchen Sie vorsichtig auf die Eisfläche zu kriechen und/oder mit Fäusten u. Ellenbogen eine Schneise in Richtung Ufer zu bilden
  7. Als Begleitperson sollen Sie sich selber nicht ohne entsprechende Hilfsmittel in Lebensgefahr begeben. Dies könnte sein: Schwimmweste, Leinen, Rettungsring.
  8. Wollen Sie eine eingebrochene Person retten, so gehen Sie nicht einfach auf die Eisfläche, sondern benutzen sie lange, flache unterlagen wie eine Leiter, ein paar lange Bretter, einen (stabilen) Zaun oder andere , lange und breite Gegenstände, da sie so ihr Eigengewicht auf eine viel größere Fläche verteilen. 
  9. Wurde eine Person gerettet und die Rettungskräfte sind noch nicht vor Ort, wenden Sie das Zwiebelprinzip an. In mehreren Jacken oder in eine Rettungsdecke einhüllen, und Reibung mit den Händen erzeugen. 
  10. Wenn vorhanden und/oder möglich: Warmen Tee einer unterkühlten Person geben. Kein Alkohol. Personen müssen "langsam" aufgewärmt werden.

 

Nun ist man eingebrochen. Weit und breit kein Mensch zu sehen - Was tun??

 

  1. KEINE PANIK bekommen
  2. Um Hilfe rufen /// Es kostet mehr Energie als wir haben
  3. dünnes Eis , wenn möglich, zerschlagen um zu festerem Eis gelangen
  4. SOBALD(!) Hilfe naht, an der Eisdecke festhalten oder sich auf die (feste) Eisdecke schieben
  5. KEINE heftigen Schwimmbewegungen . Es droht dadurch Wärmeverlust!

 

Sie sehen eine Person, die in einem zugefrorenen See eingebrochen ist - Was ist zu tun??

 

  1. Notruf absetzten
  2. Für Sie selber und für den eingebrochenen | Höchste Vorsicht!
  3. Helfen Sie rasch! Aber mit bedacht.
  4. Robben sie zur Einbruchstelle sofern sie entsprechende Hilfsmittel haben. Auf keinen Fall stehend auf die Eisfläche.

Mögliche Hilfsmittel zur Rettung und verunfallte Personen

 

  1. Bretter
  2. Leitern
  3. Schlitten
  4. Tisch
  5. Abschleppseile
  6. Surfbrett
  7. Menschenkette
  8. Rettungsring/- + Leine
  9. Schlauchboot (durch DLRG z.B.)

 

Ob nun Angehörige einer Hilfsorganisation oder eine zivile Person - Beachten sollte jeder die Eigensicherung. Die folgenden Punkte zählen für einen Angehörigen einer Hilfsorganisation

 

  • Einsatzkleidung sollte Wasserfest sein
  • Einstiefel sollten Eiskrallen o. Gleitschutzketten haben
  • Rettungsweste
  • Schutzhelm
  • ggf. Helmlampe
  • Sicherungsleine
  • Ggf. Eisschrauben zur Seilsicherung
  • (Regeln beachten) Keine Gruppenbildung auf dem Eis
  • (Regeln beachten) Nur angeleint zur Einbruchstelle
  • (Regeln beachten) Vermeidung von vielen Helfern AUF dem Eis
  • (Regeln beachten) Schaulustige fernhalten. Auch wenn Sie Hilfe anbieten aber die Hilfsorganisation genug vor Ort hat.

Was ist nun wenn man weiß dass die Person unter dem Eis ist?

 

  • Retter wird nie ohne gesicherte Leine auf und/oder unter das Eis geschickt
  • Ohne Tauchgerät (z.B. PA) nur bis zu 20 Sek. tauchen.
  • Verständigung durch Leinenzeichen zwischen Taucher und Leinenführer
  • dünnes Eis sollte zertrümmert werden um an die Person zu kommen. (Situationsabhängig) kann so zwischen Ufer und verunfallte Person eine Schneise entstehen.

Welche Verletzungen können beim Eisport auftreten?

 

Mögliche Sportarten

  • Schlittschuhlaufen
  • Eishockey
  • Eisregeln
  • Eissurfen
  • Skilanglauf
  • Wanderung
  • Eisangeln

Mögliche Verletzungen

 

  • SHT (Schädelhirntrauma)
  • Frakturen
  • diverse Wunden
  • Erfrierungen
  • Unterkühlung
  • diverse Erkrankungen
  • Alkoholintoxikation

Nun wurde die Person aus dem eiskalten Wasser und von der Eisoberfläche gerettet. Was ist jetzt bzgl. der ersten Hilfe zu tun ?

 

  • Möglichst keine kalte Umgebung
  • Darauf achtet dass Patient nicht im Wind sitzt
  • Ebenfalls keine direkten Sonneneinstrahlung aussetzen
  • Flachlagerung & kein abrupter Lagerungswechsel
  • Patient bei bewusstsein: alkoholfreie, warme, zuckerhaltige Getränke
  • Kontrolle: Bewusstsein, Puls, Atmung, Blutdruck
  • WENN möglich: Patient in einen vorgewärmten Raum bringen (RTW alarmiert? Dann die Patientenkabine vorwärmen)
  • Temperaturmessung wiederholt durchführen
  • "Hibler Packung" = Warme Umschläge auf Oberkörper

Rettungsdienstliche Maßnahmen

 

  • i.v. Zugang
  • angewärmte Infusionslösung
  • Sauerstoffgabe (4-6l)

 

Wir haben aktuelle Zahlen seit 1998 vorliegen und veröffentlichen 2010 bis 2015 der "Kältetoten".

 

  Unter 1 Jahr 1 - unter 5 Jahre 5 - unter 10 Jahre 10 - unter 15 Jahre 15 - unter 20 Jahre 20 - unter 25 Jahre 25 - unter 30 Jahre 30 - unter 35 Jahre 35 - unter 40 Jahre 40 - unter 45 Jahre
 Tot durch übermäßig natürlich erzeugte Kälte
 2010         1 1 2 3 1 3
 2011           1 1 4    
 2012               3 1 3
 2013         1   4   3 2
 2014                 2 2
 2015             1 1 2  

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  40 - unter 50 Jahre 50 - unter 55 Jahre 55 - unter 60 Jahre 60 - unter 65 Jahre 65 - unter 70 Jahre 70 - unter 75 Jahre 75 - unter 80 Jahre 80 - unter 85 Jahre 85 - unter 90 Jahre 90 Jahre und älter
 Tot durch übermäßig natürlich erzeugte Kälte
 2010 11 11 11 12 11 19 19 17 4 8
 2011 7 11 5 5 6 17 8 12 12 6
 2012 9 11 14 12 13 14 12 10 14 7
 2013 7 4 11 10 10 20 11 21 16 4
 2014 3 10 7 13 8 12 7 8 18 11
 2015 4 4 9 7 8 12 8 10 8 9

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